Das BKH Lienz soll um mehr als 200 Millionen Euro umfangreich saniert und erweitert werden. Der Gemeindeverband hat die Entwurfsplanung am Freitag einstimmig beschlossen.
Der Gemeindeverband Bezirkskrankenhaus Lienz spricht von einem historischen Tag: in der Verbandsversammlung am 20. März hat der Gemeindeverband die Entwürfe für den Um- und Ausbau des Lienzer Krankenhauses einstimmig genehmigt. Über 200 Millionen Euro sollen investiert werden. In einer Aussendung hat der Gemeindeverband die Medien über das Großprojekt informiert. Zuvor hat die beauftragte „DIN A4 Architektur ZT GmbH“ eine Machbarkeitsstudie samt Entwurfsplanung vorgelegt.
Historischer Baubestand
Die ältesten Gebäudeteile des Lienzer Krankenhauses werden bald 100 Jahre alt, der Gesamtzustand ist zwar großteils gut, aber technisch nicht mehr auf dem neuesten Stand. Jahrzehnte alte Verrohrungen, sowie Wegführung und Logistik im Haus werden als „suboptimal“ bezeichnet.
Umfangreicher Neubau
Bettenstationen, Operationssaal und Intensivstation sollen komplett neu errichtet werden, ebenso wie eine zentrale ambulante Erstversorgungseinheit sowie Räume für Kurzzeit- und Schwerpunktpflege. Bestehende Räumlichkeiten sollen umfassend saniert werden.
Jahrelanger Planungsprozess und finanzielle Mammutaufgabe
In den vergangenen zwei Jahren gab es einen zeitaufwändigen Prozess für das neue Raum- und Betriebskonzept samt Machbarkeitsstudie. Auch die Bauplanung ist eine Herausforderung, da der volle Krankenhausbetrieb während der Bauphase weiterlaufen muss. Nach dem Beschluss im Gemeindeverband geht es nun an die Detailplanung. Zur Finanzierung gebe es Gespräche mit dem Land Tirol, teilt Gemeindeverbandsobmann Bernhard Zanon mit, doch auch auf die Gemeinden im Verband kommt eine Mammutaufgabe zu. Für weitere Informationen ist nach Ostern eine Pressekonferenz angekündigt.
Anmerkung der Redaktion: Zu Vorwürfen in einem anonymen Schreiben aus der Belegschaft, in dem angebliche Missstände im Krankenhausbetrieb angeprangert werden (darüber hat der ORF Tirol letzte Woche am Tag vor der Gemeindeverbandsversammlung berichtet), gab es allerdings bisher keine Stellungnahme, weder vom Gemeindeverband noch von der Krankenhausleitung.
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