Skip to main content
07. Mai 2026

Ist Felix Gall in der Form seines Lebens?

Der Osttiroler Radprofi geht beim Giro d’Italia an den Start. Die dreiwöchige Rundfahrt startet morgen Freitag.  Die Vorbereitung war „gut und intensiv“.

Felix Gall verbrachte viel Zeit in der Höhe – und auf dem Zeitfahrrad. Foto: P.Ballet/A.Broadway

„Der nächste Schritt in meiner Karriere ist ein Podium bei einer Grand Tour“, sagt Felix Gall. Sogenannte Grand Tours gibt es im Kalender des Profiradsport genau drei: In Italien, in Frankreich und in Spanien. Die erste Chance hat der Osttiroler, der mittlerweile in der Stadt Salzburg, lebt schon morgen. Dann startet nämlich die 109. Ausgabe der Italienrundfahrt in Nessebar. Richtig gelesen – die Grande Partenza findet nicht in Italien, sondern in Bulgarien statt. Schon gestern am Abend fand die Teampräsentation statt, die erste Etappe ist 147 Kilometer lang und eine Angelegenheit für die Sprinter.

Felix Gall machte sich im laufenden Kalenderjahr bis dato rar – er absolvierte erst zwei Rennen. Aber er sagt: „Ich hatte eine sehr gute Vorbereitung“, so Gall. Er trainierte viel in der Höhe – zuletzt im Zuge eines Trainingslagers am Etna in Sizilien. Und er bereitete sich anders vor als in den Jahren zuvor: „Sehr hart – und vor allem intensiver.“ Die höhere Intensiv habe ihm gutgetan. Und es sei ihm gelungen, gesund durch die intensive Trainingsphase zu kommen.

Passo Giau

An der Startlinie stehen große Namen des Radsports. Der größte ist Jonas Vingegaard vom Team Visma. Die Fachpresse ist für ihn der große Favorit. Mit Giulio Pellizzari zählt auch ein Red Bull Profi ganz oben auf der Favoritenliste. Und für viele ist eben auch Gall ein Mitfavorit für das Podium – so wie auch Giulio Ciccone, Egan Bernal, Ben O’Connor oder Adam Yates.

Aus Sicht der Osttiroler Fans dürfte vor allem eine Etappe spannend werden – nämlich jene am 29. Mai. Die Königsetappe des Giro 2026 führt über den Passo Giau und den Passo Falzarego. Anstiege, die auch von Lienz aus gut erreichbar sind. Im Team Decathlon von Felix Gall gab es im Vorfeld die Überlegung, diese Etappe vorab vor Ort anzuschauen. „Es wäre aber zu viel Aufwand gewesen,“ so Gall. Ein anderer harter Tag geht schon am 15. Mai, bei der siebten Etappe, über die Bühne. Diese ist 246 Kilometer lang – und endet im legendären Blockhaus-Anstieg im Bergmassiv Majella in den Abruzzen.

Heimaturlaub

Der Fokus Galls liegt ganz klar auf dem Gesamtklassement. Ein Etappensieg hat für Gall keine Priorität – und ist eher eine Draufgabe. Entscheidend dürfte auch das einzige Zeitfahren werden. Es findet am 19. Mai statt – und ist 40 Kilometer lang. Es ist jene Disziplin, die Gall am wenigsten liegt. Aber in einer Online-Pressekonferenz, die gestern stattfand, sagte der Osttiroler: „Wir haben auf der Zeitfahrmaschine getüftelt.“ Er könne mittlerweile eine hohe Wattzahl fahren, aber „an der Aerodynamik scheitert es noch ein bisschen.“

Kraft hat Felix Gall in den vergangenen Tagen noch einmal in seiner Wahl-Heimat Salzbug getankt. „Und ich war für einen ganz kurzen Abstecher in Lienz. Dort habe ich meine Familie gesehen.“ Jetzt heißt es volle Konzentration auf die bevorstehenden drei – harte – Wochen. Aber Radsport-Osttirol darf sich freuen. Auf die Frage, ob er in der Form seines Lebens ist, sagte Gall gestern: „Das glaube ich. Ja.“

 

Kommentar verfassen

Sie können nun auf das Kommentar von "Some User" antworten.